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Karriere

Rigger werden: Ausbildung, Lehrgänge und der Weg in die Höhe

Eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Rigger gibt es in Deutschland nicht. Der übliche Weg: Praxis als Stagehand oder eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik, dann ein Rigging-Lehrgang nach dem Branchenstandard IGVW SQ Q2 zum Sachkundigen für Veranstaltungsrigging, dazu Höhentauglichkeit und eine Unterweisung in PSA gegen Absturz.

6 Min. LesezeitVon Jona Laurin Pakebusch, Geschäftsführer PH Personal Solutions
Lachender Rigger mit Helm unter der Bühne

Das Wichtigste in Kürze

  • Rigger ist kein geschützter Ausbildungsberuf, die Qualifikation läuft über Praxis und Lehrgänge.
  • Der zentrale Branchenstandard ist IGVW SQ Q2, Sachkundiger für Veranstaltungsrigging.
  • Wer in der Höhe arbeitet, braucht eine Unterweisung in PSA gegen Absturz mit praktischen Übungen.
  • Ein solider Unterbau ist die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik.
  • Fast alle Rigger fangen als Down-Rigger am Boden an.
Inhalt9
  1. 01Gibt es eine Ausbildung zum Rigger?
  2. 02Der Branchenstandard: IGVW SQ Q2
  3. 03Arbeiten in der Höhe: PSA gegen Absturz
  4. 04Der klassische Einstieg: vom Stagehand zum Down-Rigger
  5. 05Fachkraft und Meister für Veranstaltungstechnik
  6. 06Welche Eigenschaften du mitbringen solltest
  7. 07Der typische Weg zum Rigger
  8. 08Checkliste: dein Weg ins Rigging
  9. 09Häufige Fragen
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Gibt es eine Ausbildung zum Rigger?

Nein, nicht als eigenen Ausbildungsberuf. Rigger ist eine Spezialisierung innerhalb der Veranstaltungstechnik. Wer Lasten über Bühnen und Publikum hängt, muss aber nachweisbar sachkundig sein, und das regeln Arbeitsschutz und Branchenstandards.

In der Praxis setzt sich die Qualifikation aus drei Bausteinen zusammen:

  • Berufserfahrung in der Veranstaltungstechnik, meist als Stagehand oder Techniker
  • Rigging-Lehrgang mit Prüfung, in Deutschland in der Regel nach IGVW SQ Q2
  • Höhenarbeit: Unterweisung in PSA gegen Absturz, Rettungsübungen und gesundheitliche Eignung

Was ein Rigger im Alltag konkret tut, also Hängepunkte setzen, Kettenzüge anschlagen und Lasten fliegen, beschreibt unser Artikel Was macht ein Rigger?. Hier geht es um den Weg dorthin.

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Der Branchenstandard: IGVW SQ Q2

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) hat mit dem Standard SQ Q2 Sachkundiger für Veranstaltungsrigging festgelegt, was ein Rigger in der Veranstaltungstechnik können muss. Lehrgänge nach diesem Standard bieten verschiedene Bildungsträger an, sie schließen mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Typische Inhalte:

  • Rechtliche Grundlagen und Verantwortung, darunter DGUV Vorschrift 17/18 und DGUV Information 215-313 zu Lasten über Personen
  • Anschlagmittel: Rundschlingen, Stahlseile, Schäkel und Ketten, ihre Tragfähigkeit und Ablegereife
  • Elektrokettenzüge und ihre Einsatzklassen, zum Beispiel D8 und D8 Plus
  • Lastberechnung, Lastverteilung auf Traversen und Hängepunkte
  • Arbeiten mit Traversen nach Herstellerangaben

Viele Anbieter setzen Berufserfahrung in der Veranstaltungstechnik voraus. Erkundige dich vor der Anmeldung, welche Nachweise verlangt werden und ob der Lehrgang ausdrücklich nach SQ Q2 zertifiziert.

Crewmitglied mit Arbeitshandschuhen verschraubt Teile einer Stahlkonstruktion
Crewmitglied mit Arbeitshandschuhen verschraubt Teile einer Stahlkonstruktion
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Arbeiten in der Höhe: PSA gegen Absturz

Up-Rigger arbeiten in Dachkonstruktionen, auf Traversen und in Hubarbeitsbühnen. Dafür brauchst du mehr als einen Rigging-Kurs:

  • Unterweisung in PSA gegen Absturz: Gurt, Verbindungsmittel und Falldämpfer gehören zur Schutzausrüstung gegen tödliche Gefahren. Nach DGUV Vorschrift 1 ist dafür eine Unterweisung mit praktischen Übungen vorgeschrieben.
  • Rettungskonzept: Wer im Gurt hängt, muss schnell gerettet werden. Rettung aus der Höhe wird deshalb regelmäßig geübt.
  • Gesundheitliche Eignung: Viele Arbeitgeber und Venues verlangen eine arbeitsmedizinische Untersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr, in der Branche oft noch nach dem früheren Grundsatz G 41 benannt.
  • Hubarbeitsbühnen: Für Scherenbühnen und Teleskopbühnen ist eine eigene Unterweisung und Beauftragung nötig.

Höhenangst lässt sich nicht wegtrainieren. Teste dich früh, zum Beispiel beim Arbeiten auf einer Hubarbeitsbühne unter Anleitung.

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Der klassische Einstieg: vom Stagehand zum Down-Rigger

Kaum jemand fängt direkt als Up-Rigger an. Der übliche Weg sieht so aus:

  • Stagehand: Du lernst Load-In, Truss und Kettenzüge kennen und hilfst beim Vorbau am Boden. Wie der Einstieg funktioniert, steht in Stagehand werden.
  • Down-Rigger: Du bereitest unter Aufsicht Motoren, Steels und Schäkel vor, ziehst Kettenzüge hoch und lernst das Zusammenspiel mit den Up-Riggern.
  • Lehrgang: Mit Praxis im Rücken lohnt sich der Lehrgang zum Sachkundigen für Veranstaltungsrigging.
  • Up-Rigger und Head Rigger: Mit Erfahrung und Höhenausbildung arbeitest du im Dach, später verantwortest du als Head Rigger den Rigging-Plan einer Produktion.

Wichtig: Als Stagehand übernimmst du keine Rigging-Aufgaben auf eigene Faust, auch nicht, wenn es schnell gehen muss.

Crewmitglied montiert eine Bühnenkonstruktion aus Traversen und Podesten
Crewmitglied montiert eine Bühnenkonstruktion aus Traversen und Podesten
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Fachkraft und Meister für Veranstaltungstechnik

Wer langfristig in der Veranstaltungstechnik bleiben will, hat mit einer formalen Ausbildung mehr Optionen:

  • Fachkraft für Veranstaltungstechnik: dreijährige duale Ausbildung mit Abschluss vor der IHK. Rigging ist ein Thema, ersetzt aber keinen Rigging-Lehrgang.
  • Geprüfter Meister für Veranstaltungstechnik (IHK): Aufstiegsfortbildung und einer der anerkannten Wege, um als Verantwortlicher für Veranstaltungstechnik nach Versammlungsstättenverordnung zu arbeiten.
  • Befähigte Person für Prüfungen: Wer Kettenzüge, Anschlagmittel oder PSA prüfen will, braucht zusätzliche Schulungen nach Betriebssicherheitsverordnung.

Für reine Rigging-Tätigkeit ist der Meister keine Pflicht. Er hilft dir aber, Verantwortung für ganze Produktionen zu übernehmen.

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Welche Eigenschaften du mitbringen solltest

Rigging verzeiht keine Schlamperei. Ein falsch angeschlagener Punkt kann einen Menschen töten. Deshalb zählen:

  • Sorgfalt: jeden Schäkel sichern, jede Schlinge prüfen, jeden Schritt dokumentieren
  • Rechnen: Lasten, Winkel und Punktlasten sicher abschätzen
  • Schwindelfreiheit und Fitness: stundenlang im Gurt arbeiten, Material in die Höhe ziehen
  • Kommunikation: klare Ansagen per Funk zwischen Dach und Boden
  • Nein sagen können: Wenn etwas nicht passt, wird nicht gezogen, egal wie knapp die Zeit ist

Wenn du als Stagehand in die Produktion einsteigen und dich Richtung Rigging entwickeln willst, schau auf unsere Jobs-Seite. Was du für deinen ersten Tag brauchst, steht in Erster Einsatz als Stagehand.

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Der typische Weg zum Rigger

Eine Stufe aus dem klassischen Karriereweg in der Veranstaltungstechnik.

StufeQualifikationTypische Aufgaben
Down-RiggerPraxis als Stagehand, Einweisung in Kettenzüge, idealerweise Lehrgang nach IGVW SQ Q2Motoren und Anschlagmittel am Boden vorbereiten, Kettenzüge unter Aufsicht fahren

Für Arbeiten in der Höhe kommen Unterweisung in PSA gegen Absturz und gesundheitliche Eignung hinzu.

Checkliste: dein Weg ins Rigging

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Häufige Fragen

Der Up-Rigger arbeitet oben in der Dachkonstruktion, schlägt dort die Hängepunkte an und ist dafür mit PSA gegen Absturz gesichert. Der Down-Rigger arbeitet am Boden, bereitet Kettenzüge, Steels und Schäkel vor, reicht Material hoch und steuert die Motoren. Für den Einstieg ist Down-Rigging der übliche Weg, Up-Rigging setzt Erfahrung und Höhenausbildung voraus.

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