Das Wichtigste in Kürze
- Pflicht am ersten Tag: Sicherheitsschuhe S3 und Arbeitshandschuhe. Helm, wenn über dir geriggt wird.
- Schwarze Kleidung ohne große Logos ist Standard, weil Stagehands im Showbetrieb nicht auffallen sollen.
- Pünktlich heißt 15 Minuten vor dem Crew Call, nicht zum Crew Call.
- Ruft jemand „Heads!“, schaust du nicht hoch, sondern gehst sofort aus dem Bereich.
- Technik nur anfassen, wenn es dir jemand aufträgt. Kein Kabel wird eigenmächtig gezogen.
Inhalt9
- 01Die Packliste für deinen ersten Einsatz
- 02Ankommen: die ersten 15 Minuten
- 03Die wichtigsten Begriffe am Set
- 04Richtig tragen, schieben und Cases bewegen
- 05Arbeitszeit, Pausen und Durchhalten
- 06Verhalten im Team und nach der Schicht
- 07Die wichtigste Ausrüstung
- 08Checkliste für den Abend vor dem ersten Einsatz
- 09Häufige Fragen
Die Packliste für deinen ersten Einsatz
Das gehört in deinen Rucksack:
- Sicherheitsschuhe S3: Zehenschutzkappe, durchtrittsichere Sohle, wasserabweisendes Obermaterial. Laufe sie vorher ein, neue Schuhe nach 10 Stunden sind eine Qual.
- Arbeitshandschuhe: eng anliegend, mit Griffbeschichtung. Ein Ersatzpaar schadet nie.
- Schwarze Kleidung: robustes T-Shirt oder Pullover und Arbeitshose, ohne auffällige Aufdrucke
- Wetterschutz: Regenjacke für Open Airs, im Sommer Kappe und Sonnencreme
- Ausweis: für Akkreditierung und Einlass
- Wasser und Snack: Catering für die Crew ist nicht überall selbstverständlich
- Kleines Extra: Taschenlampe oder Stirnlampe, Stift, geladenes Handy
Einen Schutzhelm nach EN 397 brauchst du, sobald über dir geriggt wird oder die Venue Helmpflicht hat. Kläre vorher, ob er gestellt wird. Schmuck, Ringe und lange offene Haare sind bei Cases und Kettenzügen ein Risiko.
Ankommen: die ersten 15 Minuten
Lies das Call Sheet oder die Einsatzinfo am Vorabend genau: Adresse, Crew-Eingang, Uhrzeit, Ansprechpartner. Der Crew-Eingang ist fast nie der Haupteingang, sondern meist die Laderampe oder ein Hintereingang.
So läuft der Start:
- Sei 15 Minuten vor dem Crew Call da. Parkplatzsuche und Akkreditierung kosten Zeit.
- Melde dich beim Crewchief und trag dich in die Stundenliste ein.
- Zieh Schuhe und Handschuhe an, bevor die Arbeit beginnt.
- Hör bei der Sicherheitsunterweisung genau zu: Fluchtwege, Sammelplatz, Bereiche mit Helmpflicht.
- Warte auf deine Einteilung, statt einfach loszulaufen.
Wer zu spät kommt, fällt am ersten Tag mehr auf als jemand, der langsamer trägt. Wie ein Crew Call aufgebaut ist, liest du im Artikel Crew Call bei Veranstaltungen.
Die wichtigsten Begriffe am Set
Am ersten Tag hörst du viele englische Begriffe. Die wichtigsten:
- Load-In / Load-Out: Aufbau mit Entladen der Trucks, Abbau mit Verladen
- Case: Transportkiste auf Rollen, meist mit Beschriftung, wohin sie gehört
- Truss: Aluminiumtraverse, an der Licht oder Video hängt
- Downstage / Upstage: vorne zum Publikum / hinten an der Rückwand
- Stage Left / Stage Right: links und rechts aus Sicht der Künstler, also umgekehrt zur Sicht des Publikums
- FOH: Front of House, der Mischplatz im Publikum
- Heads!: Warnung, dass von oben etwas kommt. Nicht hochschauen, sondern sofort aus dem Bereich gehen.
- Crewchief: dein direkter Ansprechpartner für die ganze Schicht
Den kompletten Ablauf eines Produktionstages erklärt der Artikel Load-In und Load-Out.
Richtig tragen, schieben und Cases bewegen
Die meiste Arbeit am ersten Tag ist Material bewegen. Ein paar Regeln schützen deinen Rücken und das Equipment:
- Cases schieben, nicht ziehen: So siehst du, wohin du fährst, und behältst die Kontrolle.
- Über Rampen immer zu zweit: Einer schiebt, einer bremst von vorne oder unten. Nie seitlich zur Rampe stehen.
- Aus den Beinen heben: Rücken gerade, Last nah am Körper, keine Drehung mit Gewicht.
- Schwere Teile ansagen: Hilfe holen ist normal und kein Zeichen von Schwäche.
- Kanten und Kabel: Cases nicht über Kabel rollen, Türen und Durchgänge frei halten.
Und die wichtigste Regel: Du fasst Technik nur an, wenn dir jemand aus dem Department sagt, was zu tun ist. Ein gezogener Stecker oder ein falsch abgestellter Scheinwerfer kostet mehr als jede Minute, die du mit Nachfragen verlierst. Was ein Stagehand insgesamt macht, steht in Was macht ein Stagehand?.
Arbeitszeit, Pausen und Durchhalten
Ein Load-In dauert oft 6 bis 10 Stunden, Load-Outs laufen bis in die Nacht. Das Arbeitszeitgesetz setzt klare Grenzen:
- höchstens 10 Stunden Arbeit am Tag
- 30 Minuten Pause bei mehr als 6 Stunden, 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden
- mindestens 11 Stunden Ruhe bis zur nächsten Schicht
Iss vor dem Einsatz richtig, trink regelmäßig und nimm deine Pausen wirklich, auch wenn gerade viel los ist. Wer nach 8 Stunden unkonzentriert wird, verletzt sich leichter. Wenn du merkst, dass du nicht mehr kannst, sag es dem Crewchief, bevor etwas passiert.
Verhalten im Team und nach der Schicht
Backstage gelten ungeschriebene Regeln, die du am ersten Tag kennen solltest:
- Keine Fotos und Videos von Künstlern, Bühne oder Backstage ohne ausdrückliche Erlaubnis. Viele Produktionen verbieten das komplett.
- Künstler nicht ansprechen, keine Autogramme, keine Selfies.
- Handy in die Tasche: Wer bei der Arbeit aufs Display schaut, übersieht den Case, der auf ihn zurollt.
- Abmelden: Du verlässt deinen Bereich nur, nachdem du Bescheid gesagt hast, auch für eine Toilettenpause.
Am Ende der Schicht prüfst du mit dem Crewchief deine Zeiten auf der Stundenliste. Wenn dir der Job gefallen hat, sag es. Zuverlässige Leute werden wieder angefragt. Wie es danach weitergeht, liest du in Stagehand werden. Offene Einsätze und Stellen findest du auf unserer Jobs-Seite.
Die wichtigste Ausrüstung
Das Kernstück deiner Packliste im Detail.
| Ausrüstung | Warum | Darauf achten |
|---|---|---|
| Sicherheitsschuhe S3 | Zehenschutz gegen Cases und Lasten, durchtrittsichere Sohle gegen Schrauben und Nägel | Vor dem ersten Einsatz einlaufen, Profilsohle für Rampen und nassen Boden |
Helm nach EN 397 bei Rigging über dir oder Helmpflicht in der Venue.
Checkliste für den Abend vor dem ersten Einsatz
Tippe die Punkte an, die du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Das klärst du vorab mit deinem Arbeitgeber. Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber die nötige Schutzausrüstung bereitstellen und darf die Kosten nicht auf die Beschäftigten abwälzen. Viele Stagehands haben trotzdem eigene, eingelaufene S3-Schuhe, weil passende Schuhe für lange Schichten wichtig sind. Frag nach, wie dein Arbeitgeber Schuhe und Helm regelt.