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Stagecrew & Sitecrew

Was macht ein Stagehand? Aufgaben, Einsatzbereiche und Voraussetzungen

Ein Stagehand ist die Hilfskraft hinter der Bühne: Er entlädt Trucks, bewegt Cases und baut Bühne, Licht, Ton und Video nach Anweisung der Techniker auf und nach der Show wieder ab. Eine Schicht dauert meist 6 bis 10 Stunden, Grundausstattung sind Sicherheitsschuhe und Handschuhe. Eine Ausbildung brauchst du nicht, wohl aber Kraft, Pünktlichkeit und ein waches Auge für Gefahren.

7 Min. LesezeitVon Jona Laurin Pakebusch, Geschäftsführer PH Personal Solutions
Stagehand beim Traversenaufbau blickt in die Kamera

Das Wichtigste in Kürze

  • Stagehands arbeiten vor allem beim Load-In und Load-Out, während der Show sind oft nur wenige im Einsatz.
  • Sie arbeiten den Departments Licht, Audio, Video, Backline und Rigging zu. Die Verantwortung für die Technik bleibt bei den Fachleuten.
  • Pflicht-PSA: Sicherheitsschuhe S3 und Handschuhe, dazu Helm, sobald über dir gearbeitet wird, und Gehörschutz bei Soundcheck und Show.
  • Ein Stagehand ist weder Veranstaltungstechniker noch Rigger: Er hängt keine Lasten auf und nimmt keine Technik eigenständig in Betrieb.
Inhalt9
  1. 01Was ein Stagehand macht: die Kurzantwort
  2. 02Aufgaben nach Phase: Load-In, Show, Load-Out
  3. 03Ein typischer Tag bei einem Hallenkonzert
  4. 04Welche PSA ein Stagehand braucht
  5. 05Welche Fähigkeiten zählen
  6. 06Stagehand, Techniker, Rigger, Crewchief: die Abgrenzung
  7. 07Wo Stagehands arbeiten und wer sie bucht
  8. 08Checkliste: Stagehand-Aufgaben im Briefing festlegen
  9. 09Häufige Fragen
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Was ein Stagehand macht: die Kurzantwort

Ein Stagehand bewegt und montiert alles, was für eine Show auf, über und neben der Bühne gebraucht wird, und zwar nach Anweisung. Der Begriff kommt aus dem Englischen. Im Deutschen sagt man auch Bühnenhelfer oder Local Crew, weil Stagehands meist vor Ort gebucht werden und nicht mit der Tour reisen.

Die Kernaufgaben:

  • Trucks entladen und beladen: Cases, Traversen, Bühnenelemente und Kabel aus dem Lkw und am Ende wieder hinein
  • Material verteilen: jedes Case in das richtige Department bringen, also zu Licht, Audio, Video oder Backline
  • Mitmontieren: Podeste stellen, Truss am Boden verschrauben, Lautsprecher auf Dollys setzen, Kabelwege legen
  • Zuarbeiten: Teile anreichen, Kettenzüge unter die Hängepunkte fahren, Kabel abrollen, leere Cases wegräumen
  • Abbauen: nach der Show alles zerlegen, in Cases packen und nach Ladeplan verladen

Die Verantwortung für die Technik bleibt bei den Fachleuten der Produktion. Der Stagehand liefert Hände, Tempo und Sorgfalt. Ohne Local Crew wäre ein Arena-Aufbau mit mehreren Trucks an einem Vormittag nicht zu schaffen.

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Aufgaben nach Phase: Load-In, Show, Load-Out

Ein Konzerttag hat für Stagehands drei Phasen, und in jeder sieht die Arbeit anders aus.

Load-In: Die Crew startet meist am Morgen. Zuerst kommt das Rigging, denn Kettenzüge und Truss müssen hängen, bevor die Bühne darunter vollgestellt wird. Stagehands bringen Motoren und Truss unter die Punkte und bauen Traversen am Boden vor. Danach folgen Bühne, Licht, Audio und Video. Wer am Truck eingeteilt ist, entlädt in der Reihenfolge, die der Truckloader vorgibt.

Show: Während der Show werden nur wenige Stagehands gebraucht. Typisch sind Changeover zwischen Support und Hauptact, also Backline schieben, Riser rollen und Bühne freiräumen, sowie Bereitschaft für Notfälle. Viele Stagehands haben in dieser Zeit frei.

Load-Out: Direkt nach der letzten Zugabe beginnt der Abbau, oft bis tief in die Nacht. Er geht schneller als der Aufbau, ist aber anstrengender, weil alle müde sind und jedes Case an seinen festen Platz im Truck muss.

Wie die Reihenfolge im Detail aussieht und wer welche Rolle übernimmt, steht im Artikel Load-In und Load-Out.

Stagehand montiert konzentriert Traversen
Stagehand montiert konzentriert Traversen
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Ein typischer Tag bei einem Hallenkonzert

So kann ein Tag bei einem Konzert in einer Halle mit mehreren Trucks aussehen. Die Uhrzeiten sind ein Beispiel, jede Produktion hat ihren eigenen Zeitplan:

  • 07:45 Ankunft am Crew-Eingang, Akkreditierung, Eintrag in die Stundenliste
  • 08:00 Crew Call mit Sicherheitsunterweisung und Einteilung durch den Crewchief
  • 08:15 bis 10:00 Rigging-Phase: Motoren und Truss unter die Punkte, danach Bühnenpodeste
  • 10:00 bis 13:00 Licht, PA und Video aufbauen, Kabelwege legen, leere Cases aus dem Bühnenbereich räumen
  • 13:00 Pause, danach Case-Lager ordnen und Restarbeiten
  • 14:30 Ende der Aufbauschicht
  • 22:45 zweiter Call für den Load-Out
  • 23:00 bis 02:30 Abbau und Verladen

Dazwischen liegen mehrere Stunden ohne Arbeit. Das ist typisch: Viele Produktionen arbeiten mit zwei getrennten Calls statt einer durchgehenden Schicht. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) begrenzt die Arbeitszeit auf höchstens 10 Stunden am Tag. Ab 6 Stunden stehen dir 30 Minuten Pause zu, ab 9 Stunden 45 Minuten, und bis zur nächsten Schicht brauchst du 11 Stunden Ruhe.

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Welche PSA ein Stagehand braucht

Persönliche Schutzausrüstung ist auf jeder Produktion Pflicht. Der Arbeitgeber muss sie nach Arbeitsschutzgesetz und DGUV Vorschrift 1 stellen oder bezahlen und dich in ihre Benutzung einweisen. Die Grundausstattung:

  • Sicherheitsschuhe S3 nach DIN EN ISO 20345: Zehenkappe gegen rollende Cases, durchtrittsichere Sohle gegen Schrauben und Splitter
  • Arbeitshandschuhe mit Griffbeschichtung gegen Quetschungen und scharfe Kanten an Truss und Podesten
  • Schutzhelm nach DIN EN 397, sobald über dir geriggt wird oder Lasten bewegt werden
  • Gehörschutz bei Soundcheck, Linecheck und Changeover während der Show
  • Warnweste auf Außengeländen und in Ladezonen mit Stapler- und Lkw-Verkehr

Dazu kommt schwarze Kleidung, damit du während der Show nicht auffällst. Die Regeln für die Arbeit auf und an Bühnen stehen in der DGUV Vorschrift 17/18 für Veranstaltungs- und Produktionsstätten. Wer neu ist, findet die komplette Packliste im Artikel Erster Einsatz als Stagehand.

Zwei Crew-Helferinnen arbeiten unter der Bühne mit Werkzeug
Zwei Crew-Helferinnen arbeiten unter der Bühne mit Werkzeug
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Welche Fähigkeiten zählen

Formale Abschlüsse spielen für Stagehands kaum eine Rolle. Entscheidend ist, wie du arbeitest:

  • Belastbarkeit: Ein Case mit Lautsprechern oder Dimmern wiegt schnell über 100 kg und wird auf Rollen geschoben oder zu mehreren getragen. Du bist 6 bis 10 Stunden auf den Beinen.
  • Pünktlichkeit: Ein Load-In ist auf die Viertelstunde geplant. Wer fehlt, bremst ein ganzes Department.
  • Zuhören und nachfragen: Anweisungen kommen schnell, oft auf Englisch und mit Fachbegriffen wie Downstage, Truss oder Dolly.
  • Sicherheitsbewusstsein: schwere Teile nie allein heben, nie unter schwebenden Lasten stehen, bei „Heads!“ sofort aus dem Bereich gehen.
  • Ordnung: Cases richtig zuordnen, Leergut sauber stapeln, Fluchtwege und Durchgänge frei halten.

Mit wachsender Erfahrung kommen Zusatzqualifikationen dazu, die dich vielseitiger machen: der Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001, ein Führerschein für Transporter oder erste Rigging-Kenntnisse am Boden.

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Stagehand, Techniker, Rigger, Crewchief: die Abgrenzung

Auf einer Produktion arbeiten viele Rollen nebeneinander. So grenzt sich der Stagehand ab:

  • Veranstaltungstechniker: Fachkraft, die Licht, Ton oder Video einrichtet, verkabelt, programmiert und während der Show bedient. Der Stagehand arbeitet ihm zu.
  • Rigger: setzt Hängepunkte, schlägt Kettenzüge an und fliegt Lasten über Bühne und Publikum. Dafür braucht es besondere Sachkunde. Stagehands helfen am Boden, hängen aber nichts selbst auf. Mehr dazu im Artikel Was macht ein Rigger?
  • Crewchief: führt die Stagehands, teilt sie ein und hält per Funk Kontakt zum Stage Manager.
  • Sitecrew: arbeitet auf dem Gelände statt an der Bühne, also an Bauzäunen, Absperrungen und Beschilderung.
  • Runner: erledigt Besorgungen und Fahrten, statt Material auf der Bühne zu bewegen.

Die Grenze ist nicht starr. Erfahrene Stagehands übernehmen nach Absprache mehr, etwa das Verkabeln nach Plan. Wer die Verantwortung trägt, bestimmt aber immer die Fachkraft des jeweiligen Departments.

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Wo Stagehands arbeiten und wer sie bucht

Stagehands arbeiten überall, wo Bühne und Technik auf- und abgebaut werden: in Arenen und Stadthallen, auf Festivals und Open Airs, in Theatern, auf Messen und bei Firmenevents. Tourneen reisen meist nur mit ihren eigenen Technikern und buchen die Hände für Auf- und Abbau in jeder Stadt neu.

Gebucht werden Stagehands über Crew-Dienstleister, die eigene Mitarbeiter stellen, oder direkt von Venues und Produktionsfirmen. Wie viele es sein müssen, hängt von Anzahl der Trucks, Bühnengröße und Zeitfenster ab. Staplerfahrer für die Ladezone planst du separat ein, in OWL zum Beispiel über unsere Staplerfahrer in Bielefeld.

Wenn du für deine Produktion Stagehands brauchst, findest du alles Wichtige auf unserer Seite zur Stagecrew. Wenn du selbst als Stagehand arbeiten willst, lies Stagehand werden.

Checkliste: Stagehand-Aufgaben im Briefing festlegen

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Häufige Fragen

Nein. Stagehand ist eine Tätigkeit, kein anerkannter Ausbildungsberuf, und du kannst ohne Abschluss einsteigen. Der passende Ausbildungsberuf in der Branche ist die Fachkraft für Veranstaltungstechnik mit drei Jahren dualer Ausbildung und IHK-Prüfung. Viele Fachkräfte haben vorher als Stagehand gearbeitet, umgekehrt arbeiten Auszubildende in Spitzenzeiten oft auch als Hände beim Load-In mit.

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