Das Wichtigste in Kürze
- Beschreibe Aufgaben, nicht Köpfe: „Zwei Trucks entladen, Bühne 12 × 10 m aufbauen“ statt „ein paar Helfer“.
- Rechne in Personenstunden: 6 Stagehands × 5 Stunden = 30 Personenstunden = 750 € netto bei 25 €.
- Strom anschließen, riggen und Stapler fahren gehören nicht zu den normalen Stagehand-Aufgaben.
- Kläre vorab, ob Werkvertrag oder Arbeitnehmerüberlassung gilt. Davon hängt ab, wer vor Ort anweist.
Inhalt10
- 01Frage 1: Was genau sollen die Stagehands tun?
- 02Frage 2 und 3: Wie viele Leute und wie lange?
- 03Frage 4: Welche Qualifikationen brauchst du wirklich?
- 04Frage 5: Wer gibt vor Ort die Anweisungen?
- 05Frage 6: Wer bringt Werkzeug und Schutzausrüstung mit?
- 06Frage 7: Was kostet es und was steht im Angebot?
- 07Frage 8: Wer haftet, wenn etwas kaputtgeht?
- 08Fragen-Matrix vor der Buchung
- 09Checkliste: Vor der Stagehand-Buchung geklärt
- 10Häufige Fragen
Frage 1: Was genau sollen die Stagehands tun?
Die beste Anfrage beschreibt Aufgaben, nicht Köpfe. „Ein paar Helfer für Samstag“ lässt sich nicht kalkulieren. „Zwei Sattelzüge entladen, Bühne 12 × 10 m aufbauen, nach der Show alles zurück auf die Trucks“ schon.
Typische Stagehand-Aufgaben sind:
- Trucks be- und entladen, Cases zur Bühne bringen
- Bühnenelemente, Podeste und Traversen am Boden montieren
- Kabel verlegen und Kabelbrücken setzen
- Backline aufbauen und bei Umbauten mit anpacken
- Abbau, Sortieren und Verladen nach der Show
Nicht dazu gehören Arbeiten, die eine eigene Qualifikation verlangen: Strom an Verteiler anschließen, Lasten anschlagen und in die Höhe ziehen oder einen Stapler fahren. Wenn du solche Aufgaben hast, musst du sie in der Anfrage getrennt nennen. Welche Aufgaben PH mit seiner Stagecrew übernimmt, siehst du auf der Leistungsseite.
Frage 2 und 3: Wie viele Leute und wie lange?
Crewgröße und Dauer gehören zusammen, denn bezahlt werden Personenstunden. Sechs Stagehands über fünf Stunden sind 30 Personenstunden. Bei ab 25 € pro Stunde netto sind das 750 € netto, also 892,50 € brutto.
Als Orientierung für den Load-in gelten in der Branche etwa 4 bis 6 Stagehands pro voll beladenem Sattelzug, für kleine Clubshows 2 bis 4 Leute. Mehr Leute machen den Aufbau nur schneller, solange Rampe, Wege und Bühne genug Platz bieten.
Zwei Grenzen solltest du kennen:
- Arbeitszeitgesetz: höchstens 10 Stunden Arbeit pro Tag. Längere Tage brauchen eine zweite Crew.
- Mindestbuchung: Bei kurzfristigen Einsätzen an weiter entfernten Orten sind meist 6 Stunden pro Person üblich. Dann kostet dieselbe Crew mindestens 6 × 6 × 25 € = 900 € netto, auch wenn der Aufbau nach 4 Stunden fertig ist. Bei planbaren Einsätzen gibt es oft keine Mindestzeit.
Wie die Buchung danach Schritt für Schritt abläuft, zeigt Stagecrew buchen.
Frage 4: Welche Qualifikationen brauchst du wirklich?
Für die meisten Aufgaben reichen erfahrene Stagehands. Für einige Tätigkeiten schreiben Regeln eine Qualifikation vor:
- Gabelstapler: nur mit Ausbildung nach DGUV Grundsatz 308-001 und schriftlicher Beauftragung. Für Einsätze in Ostwestfalen gibt es Staplerfahrer aus Bielefeld.
- Elektrische Anschlüsse: gehören zu einer Elektrofachkraft. Stagehands verlegen Kabel, sie schließen keine Verteiler an.
- Rigging: Anschlagen und Heben von Lasten über der Bühne ist Aufgabe von Riggern.
- Arbeiten in der Höhe: auf Hubarbeitsbühnen nur mit Einweisung und Beauftragung.
Dazu kommen weiche Anforderungen: Erfahrung mit Changeovers, Englisch für internationale Tourcrews, Führerschein für Fahrten. Nenne sie in der Anfrage, sonst kann der Anbieter sie nicht einplanen.
Frage 5: Wer gibt vor Ort die Anweisungen?
Diese Frage klingt nach Formalie, entscheidet aber den Alltag auf der Bühne. Im Werkvertrag organisiert der Dienstleister seine Leute selbst. Deine Produktionsleitung spricht mit seinem Crewchief, der die Aufgaben verteilt. In der Arbeitnehmerüberlassung dürfen dein Stage Manager oder deine Produktionsleitung die Stagehands direkt einteilen.
PH arbeitet im Werkvertrag oder auf Wunsch in Arbeitnehmerüberlassung, die Crew ist fest angestellt. Wichtig ist, dass die gelebte Praxis zum Vertrag passt. Wer im Werkvertrag bucht und dann jeden Stagehand einzeln herumkommandiert, schafft rechtlich eine verdeckte Überlassung.
Ab etwa sechs bis acht Leuten lohnt sich ein Crewchief als feste Ansprechperson, auch in der Arbeitnehmerüberlassung.
Frage 6: Wer bringt Werkzeug und Schutzausrüstung mit?
Kläre vorab, was die Crew mitbringt und was vor Ort liegt:
- Persönliche Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe, Handschuhe, bei Arbeiten unter hängenden Lasten ein Helm. Die Grundausstattung stellt der Arbeitgeber der Crew.
- Werkzeug: Akkuschrauber, Ratschen, Spanngurte, Gaffa-Tape, Kabelbinder. Bei Tourproduktionen bringt die Tourcrew oft Spezialwerkzeug mit.
- Transportmittel: Hubwagen, Rollbretter, Hänger. Ohne sie dauert jeder Laufweg doppelt so lange.
PH bringt eigenes Werkzeug, Hänger und Material mit. Bei anderen Anbietern solltest du konkret fragen, was im Stundensatz steckt.
Frage 7: Was kostet es und was steht im Angebot?
Der Stundensatz allein sagt wenig. Ein vollständiges Angebot nennt:
- Stundensatz netto, bei PH ab 25 € zzgl. MwSt.
- Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag, transparent ausgewiesen
- Mindestbuchung pro Person
- Kosten für Crewchief, Anfahrt und Fahrzeuge
- Abrechnung von Pausen und angefangenen Stunden
Was in einem einzelnen Stagehand-Satz enthalten ist und wie Netto- und Bruttopreise zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Stagehand-Kosten pro Stunde.
Frage 8: Wer haftet, wenn etwas kaputtgeht?
Fällt ein Case von der Rampe oder wird ein Bühnenboden zerkratzt, stellt sich sofort die Haftungsfrage. Frag deinen Anbieter, ob eine Betriebshaftpflicht besteht und ob sie Schäden an fremden Sachen abdeckt, an denen die Crew arbeitet. PH hat eine Betriebshaftpflicht.
Prüfe zusätzlich deine eigene Veranstalterhaftpflicht. Was in welchem Fall gilt und warum Tätigkeitsschäden oft ausgeschlossen sind, erklärt der Ratgeber Haftung und Versicherung bei Fremdpersonal.
Fragen-Matrix vor der Buchung
Leg die acht Fragen so an und trag deine Antwort ein. Die Beispielzeile zeigt Frage 2.
| Frage | Warum sie wichtig ist | Beispiel für eine gute Antwort |
|---|---|---|
| Wie viele Leute pro Phase? | Bestimmt Kosten und Tempo | Load-in 8 Personen, Load-out 10 Personen |
Offene Punkte darfst du als offen markieren. Der Anbieter kann dann gezielt nachfragen.
Checkliste: Vor der Stagehand-Buchung geklärt
Tippe die Punkte an, die du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Das hängt vom Einsatz ab. Bei planbaren Einsätzen in der Nähe gibt es bei PH oft keine Mindestzeit, dann sind auch kurze Einsätze möglich. Bei kurzfristigen Einsätzen an weiter entfernten Orten sind meist 6 Stunden pro Person üblich, weil Anfahrt und Planung sonst in keinem Verhältnis zur Arbeitszeit stehen. Frag die Mindestbuchung deshalb immer vorab.