Das Wichtigste in Kürze
- Load-In-Reihenfolge: Markieren, Rigging, Licht und PA fliegen, Video, Bühne, Backline, Linecheck.
- Der Load-Out läuft rückwärts und ist meist zwei- bis dreimal so schnell wie der Load-In.
- Der Truck Pack folgt dem Prinzip: Was zuletzt reinkommt, kommt zuerst raus.
- Load-In und Load-Out am selben Tag sind wegen der 10-Stunden-Grenze im ArbZG oft zwei getrennte Crews.
- Der Truckloader entscheidet, was wann in den Truck geht, nicht die Stagehands.
Inhalt9
- 01Was Load-In und Load-Out bedeuten und wie lange sie dauern
- 02Die Reihenfolge beim Load-In
- 03Truck Pack: Laden nach Plan
- 04Wer an der Rampe was macht
- 05Der Load-Out: schneller, aber riskanter
- 06Personal und Arbeitszeit richtig planen
- 07Beispiel: Arena-Konzert an einem Tag
- 08Checkliste für Load-In und Load-Out
- 09Häufige Fragen
Was Load-In und Load-Out bedeuten und wie lange sie dauern
Der Load-In beginnt, wenn der erste Truck an der Rampe steht, und endet, wenn die Bühne für den Soundcheck bereit ist. Der Load-Out beginnt nach dem letzten Song und endet, wenn alle Trucks verladen und verzurrt vom Hof fahren.
Realistische Richtwerte:
- Club oder kleine Halle, 1 Truck: Load-In 3 bis 5 Stunden, Load-Out 1,5 bis 2 Stunden
- Mittlere Halle, 3 bis 5 Trucks: Load-In 6 bis 8 Stunden, Load-Out 2 bis 4 Stunden
- Arena, 8 bis 12 Trucks: Load-In 8 bis 10 Stunden, Load-Out 3 bis 5 Stunden
Ein typischer Arena-Tag beginnt mit dem Rigging Call gegen 6 oder 7 Uhr, Doors sind am frühen Abend. Der Load-Out läuft dann bis 1 oder 2 Uhr nachts. Open-Air-Produktionen mit Bühnenbau brauchen dagegen mehrere Aufbautage, das planst du wie einen Festivalaufbau.
Die Reihenfolge beim Load-In
Die Reihenfolge ergibt sich aus einer einfachen Regel: Was über dem Boden hängt, muss zuerst hoch, solange die Fläche darunter frei ist.
- Mark-Out: Der Head Rigger markiert die Hängepunkte auf dem Hallenboden.
- Rigging: Up-Rigger schlagen in der Dachkonstruktion an, Down-Rigger bereiten am Boden Kettenzüge, Steels und Schäkel vor. Die Motoren werden hochgezogen.
- Licht und PA: Truss mit Scheinwerfern und die PA-Cluster werden am Boden vorgebaut, verkabelt und dann geflogen.
- Video und LED: LED-Wände werden gehängt oder gestackt.
- Bühne und Riser: Podeste, Rampen und Bühnenbild folgen, sobald die Fläche frei ist.
- Backline und Pulte: Instrumente, FOH- und Monitorplatz kommen zuletzt, danach Linecheck und Soundcheck.
In der Praxis laufen mehrere Phasen versetzt parallel, aber nie so, dass unter schwebenden Lasten gearbeitet wird.
Truck Pack: Laden nach Plan
Ein Sattelauflieger hat rund 13,6 Meter Ladefläche. Damit Tour-Equipment da jeden Abend wieder reinpasst, gibt es einen festen Truck Pack: eine Ladeliste, die festlegt, welches Case an welcher Stelle steht.
- Last in, first out: Was beim Load-In zuerst gebraucht wird, also Rigging und Motoren, steht hinten an der Tür.
- Farbcodes: Cases sind nach Department beschriftet, zum Beispiel Licht, Audio, Video, Backline, und mit Zielort auf der Bühne.
- Truckloader: Ein erfahrener Loader steht im Truck und sagt an, welches Case als Nächstes kommt. Stagehands schieben, der Loader stellt.
- Ladungssicherung: Jede Reihe wird mit Spanngurten oder Ladebalken gesichert. Für die Sicherung der Ladung ist nach § 22 StVO der Fahrer mitverantwortlich.
Wer beim Load-Out einfach irgendwas in den Truck schiebt, bringt den Pack durcheinander und kostet Zeit, weil umgeladen werden muss.
Wer an der Rampe was macht
Bei einer Produktion mit lokaler Crew arbeiten zwei Gruppen zusammen: die reisende Tour-Crew und die Local Crew vor Ort.
- Production Manager: verantwortet Zeitplan und Budget des Tages
- Stage Manager: koordiniert Bühne und Departments
- Head Rigger, Up- und Down-Rigger: alles, was hängt
- Department Heads: Licht, Audio, Video, Backline führen jeweils ihre Leute
- Truckloader: verantwortlich für Ent- und Beladung
- Staplerfahrer: für schwere Lasten, Paletten und Bühnenteile, nur mit Ausbildung nach DGUV Grundsatz 308-001 und schriftlicher Beauftragung
- Stagehands: schieben Cases, tragen, bauen unter Anleitung der Departments auf
- Crewchief: teilt die Local Crew ein und ist Ansprechpartner der Tour-Crew
Was genau ein Crewchief dabei tut, beschreibt unser Artikel Was macht ein Crewchief?. Mehr zum Staplereinsatz findest du unter Gabelstapler auf Events.
Der Load-Out: schneller, aber riskanter
Der Load-Out läuft in umgekehrter Reihenfolge: Backline und Pulte zuerst, dann Bühnenbild und Video, dann werden Licht und PA heruntergelassen und abgebaut, zum Schluss kommen die Motoren aus dem Dach. Weil nichts mehr eingerichtet werden muss, geht er zwei- bis dreimal so schnell.
Gerade deshalb passieren hier die meisten Fehler. Die Crew ist müde, es ist Nacht und alle wollen fertig werden. Achte besonders auf:
- Helmpflicht im Bereich unter dem Rigging, solange noch etwas hängt
- freie Wege zwischen Bühne und Rampe, keine Cases im Fluchtweg
- Rampen und Ladebordwände: Cases nie allein und nie seitlich über die Kante schieben
- Lasten über Personen: Beim Herunterlassen hat niemand etwas unter der Last zu suchen. Die Grundlagen beschreibt die DGUV Information 215-313.
Personal und Arbeitszeit richtig planen
Für eine Arena-Produktion arbeiten im Load-In typischerweise 20 bis 30 Stagehands, im Load-Out oft ähnlich viele, weil die Zeit knapper ist. Die genaue Zahl hängt von Trucks, Rigging-Punkten und Zeitfenster ab.
Ein wichtiger Punkt wird oft übersehen: Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die tägliche Arbeitszeit auf maximal 10 Stunden, danach folgen mindestens 11 Stunden Ruhezeit. Wer um 7 Uhr im Load-In anfängt, darf nicht um 23 Uhr noch den Load-Out machen. Plane deshalb zwei Schichten: eine Crew für den Load-In, eine zweite für den Load-Out. Bei Arbeitszeiten über 6 Stunden sind 30 Minuten Pause Pflicht, über 9 Stunden 45 Minuten.
Wir stellen dir für beide Schichten eine Stagecrew mit Crewchief, auf Wunsch auch kurzfristig. Schick uns Rider und Zeitplan über Crew anfragen.
Beispiel: Arena-Konzert an einem Tag
Richtwerte für eine typische Arena-Produktion mit Local Crew.
| Produktion | Load-In | Load-Out | Stagehands pro Schicht |
|---|---|---|---|
| Arena-Konzert, 8 bis 12 Trucks | 8 bis 10 Stunden | 3 bis 5 Stunden | 20 bis 30 |
Load-In und Load-Out mit getrennten Schichten planen, um die Höchstarbeitszeit nach ArbZG einzuhalten.
Checkliste für Load-In und Load-Out
Tippe die Punkte an, die du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Weil Kettenzüge, Truss und PA über der Bühnenfläche hängen und nur sicher hochgezogen werden können, solange darunter niemand arbeitet und nichts steht. Erst wenn die Motoren hängen und Licht und PA geflogen sind, ist der Boden frei für Bühne, Riser und Backline. Würde man umgekehrt arbeiten, müsste ständig unter schwebenden Lasten gearbeitet werden.