Das Wichtigste in Kürze
- Die Sitecrew baut die Infrastruktur des Geländes, die Stagecrew die Bühne und die Produktion.
- Typische Aufgaben: Bauzaun und Absperrungen, Tore, Banner, Beschilderung, Fluchtwegkennzeichnung, Kabelbrücken, Bodenschutz.
- Während der Veranstaltung kontrolliert sie Zäune und Rettungswege und repariert, was sich gelöst hat.
- Eine Sitecrew ist kein Ordnungsdienst: Einlasskontrolle und Besucherlenkung übernimmt die Security.
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Sitecrew: die Definition
Der Begriff kommt aus dem Englischen: Site ist das Gelände. Eine Sitecrew ist also die Geländecrew einer Veranstaltung. Sie sorgt dafür, dass aus einer Wiese, einem Parkplatz oder einer Innenstadtstraße ein funktionierendes Veranstaltungsgelände wird, mit Grenzen, Wegen, Eingängen und gekennzeichneten Notausgängen.
Auf großen Festivals gibt es oft eine eigene Site-Leitung, die nur für das Gelände zuständig ist, getrennt von der Produktionsleitung für die Bühne. Bei kleineren Veranstaltungen übernimmt die Sitecrew Aufgaben, die sonst irgendwo zwischen Veranstalter, Zaunvermieter und Helfern hängen bleiben.
Die Sitecrew arbeitet körperlich: Ein Bauzaunfeld wiegt meist um die 20 Kilo, ein Betonfuß ähnlich viel. Auf einem Festival trägt und stellt sie davon schnell mehrere hundert Stück.
Aufgaben im Aufbau
Im Aufbau ist die Sitecrew meist die erste Crew auf dem Gelände und legt die Grundlage für alle anderen Gewerke:
- Vermessen und markieren: Zaunlinien, Standflächen und Wege nach Lageplan mit Kreidespray oder Pflöcken anzeichnen.
- Bodenschutz: Platten auf Fahrwegen legen, damit Lkw und Stapler nicht im Rasen versinken.
- Bauzaun und Tore: Außenzaun, Backstage-Bereiche, Lagerflächen und Zufahrten abgrenzen.
- Absperrgitter: Einlassbereiche und Besucherwege formen.
- Banner und Sichtschutz: Sponsorbanner und Zaunplanen anbringen.
- Beschilderung: Wegweiser, Hinweisschilder und die Kennzeichnung der Notausgänge.
- Kabelbrücken und Wege: Leitungen sichern, damit niemand stolpert und Fahrzeuge darüber fahren können.
Wie Bauzäune richtig gestellt und gesichert werden, erklärt der Ratgeber Bauzaun bei Veranstaltungen.
Aufgaben während der Veranstaltung
Wenn die Besucher kommen, ist die Arbeit der Sitecrew nicht vorbei. Eine kleinere Besetzung bleibt auf dem Gelände und übernimmt:
- Kontrollgänge: Zäune, Schellen und Banner prüfen. Bei Wind lösen sich Planen, und ein Bauzaun mit Banner wirkt wie ein Segel.
- Rettungswege freihalten: Abgestellte Rollwagen, Getränkekisten oder Fahrräder aus Fluchtwegen räumen.
- Reparaturen: umgedrückte Zaunfelder und lose Kabelbrücken wieder richten.
- Umbauten: Einlassbereiche umstellen, wenn sich der Besucherstrom ändert, nach Anweisung der Veranstaltungsleitung.
- Reinigung: Müll an Zäunen und auf Wegen beseitigen, wenn das zum Auftrag gehört.
Auch auf kleineren Veranstaltungen wie einem Firmen-Sommerfest kann eine kleine Sitecrew sinnvoll sein. Was dabei sonst zu planen ist, steht im Ratgeber Sommerfest organisieren.
Aufgaben im Abbau
Im Abbau läuft alles rückwärts. Die Sitecrew entfernt Banner und Beschilderung, baut Absperrgitter und Innenzäune ab und stellt zuletzt den Außenzaun zurück, damit das Gelände bis zum Schluss gesichert bleibt.
Danach wird das Material für die Abholung vorbereitet: Zaunfelder auf Paletten stapeln, Füße und Schellen zählen, Fehlbestand melden. Mietzäune werden in der Regel zu festen Terminen abgeholt, und fehlende Teile kosten Geld.
Zum Abschluss räumt die Sitecrew die Fläche, nimmt den Bodenschutz auf und übergibt das Gelände so, wie es vorher war. Bei Veranstaltungen auf städtischen Flächen oder in Parks gehört oft eine gemeinsame Begehung mit dem Eigentümer dazu.
Sitecrew, Stagecrew und Security: wer macht was?
Auf einem Festival arbeiten mehrere Crews nebeneinander, und die Grenzen sollten klar sein:
- Stagecrew: baut Bühne und Produktion auf, entlädt Trucks, hilft bei Licht, Ton und Video und macht die Changeover zwischen den Acts.
- Sitecrew: baut und betreut das Gelände rund um die Bühne.
- Security und Ordnungsdienst: kontrollieren Einlass und Taschen, lenken Besucher und greifen bei Konflikten ein. Das ist eine eigene Branche mit eigener Qualifikation nach § 34a GewO.
In der Praxis helfen sich Stage- und Sitecrew gegenseitig, etwa beim Entladen eines großen Trucks. Die Zuständigkeit sollte trotzdem klar im Auftrag stehen. Eine ausführliche Gegenüberstellung gibt der Ratgeber Unterschied zwischen Stagecrew und Sitecrew.
Was eine Sitecrew können muss
Für die meisten Aufgaben braucht es keine Ausbildung, aber Erfahrung, Kraft und Sorgfalt. Ein Zaun, der schief steht oder nicht verschellt ist, fällt beim ersten Windstoß um. Pflicht sind Sicherheitsschuhe und Handschuhe, bei Arbeiten an Fahrwegen eine Warnweste.
Für manche Aufgaben gelten zusätzliche Voraussetzungen: Wer Stapler fährt, braucht einen Fahrausweis nach DGUV Grundsatz 308-001 und eine schriftliche Beauftragung. Elektroarbeiten bleiben Elektrofachkräften vorbehalten.
Ein Beispiel für die Größenordnung: Bei Die Toten Hosen & Broilers in Münster hat PH Personal Solutions mit bis zu 25 Leuten rund 20.000 m² Gelände mitten in der Stadt mit Bauzäunen und Notausgängen abgesichert und die Bühne auf- und abgebaut. Mehr dazu auf der Seite Sitecrew. Wie du eine Sitecrew für dein eigenes Event anfragst und briefst, erklärt der Ratgeber Sitecrew buchen.
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Häufige Fragen
Aus dem Englischen. Site bedeutet Gelände oder Baustelle, Crew die Mannschaft. Der Begriff hat sich auf Festivals durchgesetzt, weil dort viel Englisch gesprochen wird und Rollen wie Site Manager, Stage Manager und Production Manager klar getrennt sind. Im Deutschen sagt man auch Geländecrew oder Geländeaufbau, gemeint ist dasselbe.