Das Wichtigste in Kürze
- Die Bühne muss fertig und freigegeben sein, bevor die Produktion mit dem Load-In beginnt.
- Podestbühne, mobile Rollbühne und Open-Air-Dachsystem unterscheiden sich stark in Zeit und Personal.
- Der Untergrund entscheidet über Lastverteilung, Ballast und den Aufbauplan.
- Fliegende Bauten brauchen Ausführungsgenehmigung, Prüfbuch und meist eine Gebrauchsabnahme.
- Stagehands arbeiten beim Bühnenbau nach Anweisung des Bühnenbauers, nicht nach Gefühl.
Inhalt9
- 01Was zum Bühnenaufbau gehört und was nicht
- 02Bühnentypen und wie lange ihr Aufbau dauert
- 03Untergrund, Lastverteilung und Ballast
- 04Wer den Bühnenaufbau macht
- 05Abnahme und Freigabe vor dem Load-In
- 06Zeitplan: vom leeren Boden bis zur Übergabe
- 07Bühnentyp, Aufbauzeit und Personal
- 08Checkliste für den Bühnenaufbau
- 09Häufige Fragen
Was zum Bühnenaufbau gehört und was nicht
Mit Bühnenaufbau ist hier die Bühne selbst gemeint: Unterkonstruktion, Bühnenbelag, Treppen, Geländer, Seitenbühnen, bei Open Airs auch Dach und Windwände. Dazu kommen oft FOH-Podest, Riser für Drums und Keys und eine Rampe für Cases.
Nicht dazu gehört, was danach passiert: Trucks entladen, Rigging, PA und Licht. Wie dieser Teil abläuft, beschreibt unser Ratgeber Load-In und Load-Out. Und was zwischen zwei Acts auf der fertigen Bühne passiert, steht im Ratgeber Changeover beim Konzert.
Die Trennung ist wichtig für die Planung: Der Bühnenbau läuft oft schon am Vortag oder am frühen Morgen, mit einem anderen Team als der Load-In.
Bühnentypen und wie lange ihr Aufbau dauert
Welcher Bühnentyp passt, hängt von Location, Publikum und Produktion ab. Die drei häufigsten:
- Podestbühne aus Bühnenelementen: Standard in Hallen und Clubs. Elemente im Format 2 x 1 m werden auf höhenverstellbare Füße oder Scherenunterbauten gesetzt und verbunden. Eine Bühne mit 8 x 6 m bauen vier bis sechs Stagehands in etwa drei bis vier Stunden, inklusive Treppen, Geländer und Bühnenblende.
- Mobile Rollbühne: Ein Anhänger, der sich hydraulisch zur Bühne mit Dach ausklappt. Zwei bis drei Leute bauen sie in wenigen Stunden auf, typisch für Stadtfeste und kleinere Open Airs.
- Dachsystem für große Open Airs: Unterbau aus Gerüst oder Systemteilen, darauf ein Dach aus Traversen und Planen. Hier arbeitet eine Bühnenbaufirma mit eigenem Team, unterstützt von Local Crew, über ein bis zwei Tage.
Plane den Abbau mit ein. Er geht schneller, aber selten in weniger als der Hälfte der Aufbauzeit.
Untergrund, Lastverteilung und Ballast
Eine Bühne ist nur so stabil wie der Boden darunter. Vor dem ersten Element klärst du:
- Tragfähigkeit: Hallenböden haben eine zulässige Flächenlast, Rasen und Schotter verhalten sich bei Regen anders als bei Trockenheit.
- Lastverteilung: Unter die Füße kommen Lastverteilplatten oder Holzbohlen, damit Punktlasten nicht einsinken.
- Nivellieren: Gefälle wird über die Füße oder Unterlagen ausgeglichen, bevor der Belag liegt.
- Bodenschutz: In Sporthallen und auf empfindlichen Flächen werden Fahrwege und Aufstellflächen mit Bodenschutzplatten belegt.
- Ballast: Open-Air-Dächer brauchen Ballast nach Vorgabe des statischen Nachweises, etwa Wassertanks oder Betonblöcke.
Diese Punkte stehen im Aufbauplan des Bühnenherstellers. Weicht die Situation vor Ort ab, entscheidet der Bühnenbauer, nicht die Crew.
Wer den Bühnenaufbau macht
Bei Podestbühnen baut oft die Local Crew allein, angeleitet von einem erfahrenen Stagehand oder Crewchief. Bei Rollbühnen und Dachsystemen bringt der Vermieter einen eigenen Bühnenmeister oder Supervisor mit, die Local Crew trägt, reicht an und schraubt nach Anweisung.
Typische Aufgaben der Stagehands:
- Bühnenelemente, Füße und Unterbauteile vom Lkw zum Aufbauort bringen
- Elemente nach Plan setzen, verbinden und ausrichten
- Treppen, Geländer und Bühnenblende montieren
- Ballast stellen und Planen anschlagen, unter Aufsicht
Was Stagehands nicht tun: eigenständig Dachkonstruktionen heben, Lasten anschlagen oder Hängepunkte setzen. Das ist Aufgabe von Bühnenbauern und Riggern. Wie viele Leute du für das gesamte Konzert brauchst, erklärt der Ratgeber Wie viele Stagehands braucht ein Konzert?. Bei uns verantwortet Mitgründer Felix Hofer den Bereich Bühne und Bühnenbau.
Abnahme und Freigabe vor dem Load-In
Bevor die Produktion Material auf die Bühne fährt, muss die Bühne freigegeben sein. Wie das läuft, hängt vom Bühnentyp ab:
- Podestbühnen in Versammlungsstätten: Der Aufbau folgt den Herstellerangaben, Absturzkanten werden gesichert, Treppen und Geländer sind vollständig. Die Freigabe gibt die verantwortliche Person der Produktion oder der Location.
- Fliegende Bauten: Mobile Bühnen und Open-Air-Dächer sind fliegende Bauten. Sie brauchen eine Ausführungsgenehmigung und ein Prüfbuch, das vor Ort vorliegen muss. Die Bauaufsicht kann vor der Inbetriebnahme eine Gebrauchsabnahme durchführen.
Im Prüfbuch stehen auch die zulässigen Windgeschwindigkeiten. Sie bestimmen, ab wann Planen abgenommen und die Bühne geräumt werden. Welche Vorschriften beim Aufbau gelten, fasst unser Ratgeber Sicherheitsvorschriften beim Bühnenaufbau zusammen.
Zeitplan: vom leeren Boden bis zur Übergabe
Ein typischer Ablauf bei einer Hallenproduktion mit Podestbühne:
- Vorabend oder früher Morgen: Anlieferung der Bühnenelemente, Bodenschutz legen, Bühnenposition markieren.
- Erste zwei Stunden: Unterbau stellen und nivellieren, Elemente setzen.
- Danach: Treppen, Geländer, Riser, Blende und Molton.
- Übergabe: Rundgang mit der Produktion, Freigabe, dann beginnt der Load-In.
Plane einen Puffer von mindestens einer Stunde zwischen Bühnenbau und Load-In ein. Wenn der Bühnenbauer im Verzug ist, steht sonst die gesamte Produktion mit Trucks und Crew vor einer halbfertigen Bühne. Eine eingespielte Stagecrew für Bühnenbau und Load-In aus einer Hand verkürzt die Übergaben.
Bühnentyp, Aufbauzeit und Personal
Als Orientierung für eine typische Podestbühne in der Halle:
| Bühnentyp | Typische Größe | Aufbauzeit | Stagehands |
|---|---|---|---|
| Podestbühne aus 2 x 1 m Elementen | 8 x 6 m, 1 m hoch | 3 bis 4 Stunden | 4 bis 6 |
Rollbühnen und Open-Air-Dachsysteme richten sich nach den Vorgaben des Vermieters und seinem Aufbauplan.
Checkliste für den Bühnenaufbau
Tippe die Punkte an, die du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
In Hallen und Clubs liegen Bühnen meist zwischen 0,6 und 1,2 Metern, bei Open Airs mit großem Publikum oft deutlich höher, damit auch hintere Reihen etwas sehen. Je höher die Bühne, desto wichtiger sind stabile Treppen, Geländer an den offenen Kanten und eine Rampe oder ein Lift für schwere Cases. Die Höhe stimmst du mit Produktion und Location ab.