Das Wichtigste in Kürze
- Die Aufbaudauer hängt mehr vom Standtyp ab als von der Fläche: Systemstand in Stunden, individueller Stand in Tagen.
- Strom, Hängepunkte, Spediteur und Reinigung bestellst du Wochen vorher, sonst zahlst du Zuschläge für späte Bestellungen oder bekommst nichts mehr.
- Reihenfolge am Stand: Hängepunkte, Boden, Wände, Elektro, Grafik, Möbel, Technik, Exponate, Reinigung.
- Am letzten Aufbautag wird der Gangteppich verlegt. Danach haben Fahrzeuge und Paletten in den Gängen nichts mehr zu suchen.
Inhalt8
Wie lange dauert der Aufbau eines Messestands?
Die wichtigste Größe ist nicht die Fläche, sondern der Standtyp:
- Systemstand bis 20 m² (Aluminiumsystem, Rückwand, Theke, ein paar Möbel): 4 bis 8 Stunden mit zwei bis drei Personen.
- Systemstand 30 bis 60 m² mit Kabine und Medientechnik: ein voller Aufbautag mit drei bis fünf Personen.
- Individueller Stand ab etwa 80 m² mit Doppelboden, Holzbau, Licht und Medien: zwei bis drei Tage mit Messebauer, Elektrofachkraft und Helfern.
- Zweigeschossiger Großstand: oft vier Tage oder mehr. Viele Messen bieten dafür einen verlängerten Aufbau gegen Gebühr an.
Wie viel Zeit dir zur Verfügung steht, bestimmt die Messe. Bei großen Leitmessen dauert der Aufbau eine Woche oder länger, bei kleinen regionalen Messen manchmal nur einen Tag. Prüfe auch, ob nachts gearbeitet werden darf. Viele Hallen schließen abends, und Nachtarbeit muss extra beantragt werden.
Vorbereitung: Fristen, die vor dem Aufbau ablaufen
Ein guter Teil der Arbeit ist erledigt, bevor jemand die Halle betritt. Typische Fristen liegen mehrere Wochen vor der Messe:
- Technische Richtlinien lesen: maximale Bauhöhe, Brandschutzklasse der Materialien, Abstand zu Nachbarständen, offene Seiten, Standabnahme.
- Standplan einreichen, falls die Messe ihn verlangt, etwa bei Sonderbauten, Doppelstock oder Überschreiten der Bauhöhe.
- Serviceleistungen bestellen: Elektro-Hauptanschluss, Wasser, Druckluft, Hängepunkte, Internet, Standreinigung, Spediteur, Leergutlagerung. Bei vielen Messen kosten späte Bestellungen einen Aufschlag.
- Ausweise und Einfahrt für Auf- und Abbau organisieren.
Wie Anlieferung, Spediteur und Leergut zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Hallenlogistik auf der Messe.
Die Reihenfolge am Stand
Gebaut wird von oben nach unten und von innen nach außen:
- Hängepunkte: Die Messe setzt Abhängungen von der Hallendecke meist zuerst, solange die Fläche noch leer ist und die Hubarbeitsbühne Platz hat.
- Boden: Doppelboden oder Teppich, damit alles Weitere darauf steht.
- Wände und Konstruktion: Systemrahmen oder Holzbauteile, Kabine, Theken.
- Elektro und Licht: Verteilung, Strahler, Steckdosen, durch die Elektrofachkraft.
- Grafik: Stoffbespannungen, Folien, Banner.
- Möbel und Ausstattung: Tische, Stühle, Regale, Küche.
- Medientechnik: Bildschirme, Lautsprecher, Netzwerk.
- Exponate und Deko: zuletzt, wenn kein Staub mehr entsteht.
- Reinigung: Schutzfolien ab, Boden saugen, Leergut raus.
Wer davon abweicht, baut doppelt. Wenn zum Beispiel der Teppich nach den Möbeln kommt, wird alles zweimal bewegt.
Sicherheit beim Aufbau
Im Aufbau ist die Halle eine Baustelle mit vielen Gewerken auf engem Raum. Einen guten Überblick über die Pflichten gibt die DGUV Information 215-310 (Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen), die ausdrücklich auch Messen und Ausstellungen behandelt. In der Praxis zählen vor allem:
- Sicherheitsschuhe für alle, die tragen oder montieren
- geprüfte Leitern und Podeste statt Stühlen und Kisten
- Notausgänge, Feuerlöscher, Hydranten und Sprinklerköpfe nicht verdecken oder zustellen
- Gänge frei halten, Material nur auf der eigenen Standfläche lagern
- Kabel sichern, keine Mehrfachsteckdosen-Ketten
Die Brandschutzanforderungen an Materialien stehen in den Technischen Richtlinien. Meist müssen Dekostoffe und Bauteile mindestens schwer entflammbar sein. Halte die Nachweise am Stand bereit, falls bei der Abnahme danach gefragt wird.
Der letzte Aufbautag
Am letzten Aufbautag wird es eng, weil alle gleichzeitig fertig werden wollen. Auf vielen Messeplätzen läuft er so:
- Bis zum Nachmittag müssen schwere Lieferungen und Fahrzeuge aus den Gängen sein.
- Danach verlegt die Messe den Gangteppich. Ab dann wird nur noch getragen, nicht mehr gefahren.
- Leergut wird gesammelt und abgeholt.
- Am Abend wird die Halle gereinigt, Standreinigung inklusive, wenn du sie gebucht hast.
Plane dein eigenes Team für diesen Tag zum Einrichten von Exponaten und Technik ein und lass die schweren Arbeiten in den Tagen davor erledigen. Wer bis Mitternacht baut, steht morgens müde am Stand. Nach § 5 ArbZG brauchen Beschäftigte ohnehin 11 Stunden Ruhezeit.
Personal für den Aufbau planen
Für den Standaufbau brauchst du drei Gruppen: den Messebauer für die Konstruktion, Fachkräfte für Elektro und Hängepunkte und Messehelfer für Entladen, Tragen, Auspacken, Möblieren und Aufräumen. Wer welche Aufgabe übernimmt und wo dein eigenes Team sinnvoll ist, steht im Ratgeber Messebau-Personal.
Die Zahl der Helfer leitest du aus Aufgaben und Zeitfenster ab, nicht aus der Fläche allein. Richtwerte nach Standgröße und eine Rechenmethode findest du unter Wie viele Messehelfer brauche ich?. Für Messen außerhalb klassischer Messegelände, wo es keinen Vertragsspediteur gibt, buchst du bei schweren Teilen zusätzlich Gabelstaplerfahrer.
Checkliste: Messestand aufbauen
Tippe die Punkte an, die du schon erledigt hast.
Häufige Fragen
Meist nicht. Der Aufbau endet in der Regel am Abend vor der Eröffnung, damit die Halle gereinigt und abgenommen werden kann. Am Eröffnungsmorgen darfst du oft nur noch Exponate einräumen und Kleinigkeiten richten, ohne Fahrzeuge und Werkzeuglärm. Wer zu diesem Zeitpunkt noch Wände stellt, riskiert Ärger mit der Hallenaufsicht und einen unfertigen Stand, wenn die ersten Besucher kommen.